Fair Trade: Alles, was ihr darüber wissen müsst - Die Besten Kaffeevollautomaten im MEGATEST 2018 +++ NEU +++
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Fair Trade: Alles, was ihr darüber wissen müsst

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Ein guter Kaffee erfordert vor allem zwei Zutaten: eine gute Kaffeemaschine und einen guten Kaffee. Die Sache mit der Gerätschaft zum Zubereiten von Kaffee und anderen Kaffeespezialitäten lösen wir problemlos mit unserem Kaffeemaschinen Test, bei dem wir euch die besten Kaffeevollautomaten, klassische Kaffeemaschinen sowie Kaffeepadmaschinen und Espressomaschinen präsentieren. Legt ihr euch eines dieser Geräte zu, habt ihr auf jeden Fall schon einmal eine gute Ausstattung bezüglich der „Hardware“. Diese kümmert sich um die richtige Zubereitung des Kaffees. Der zweite Faktor, der einen entscheidenden Einfluss hat, ist der Kaffee selbst. Je nach Gerät wird dieser als ganze Bohne (bei einem Vollautomaten mit eigenem Mahlwerk), als Pulver (bei der klassischen Kaffeemaschine sowie der Espressomaschine) oder als Kaffeepad (bei den Padmaschinen) in das Gerät gegeben und dann mit heißem Wasser aufgebrüht. Bei den Kaffeesorten gibt es eine riesige Auswahl bezüglich Qualität, Herkunft und vor allem Geschmack. Besonders gut schmeckt unserer Meinung nach ein Kaffee, wenn er mit dem Fair Trade Siegel ausgezeichnet ist. Denn dann wisst ihr, dass die Bauern, die den Kaffee anpflanzen und ernten, nicht ausgebeutet werden. Aber was genau bedeudet Fair Trade überhaupt? Diesem Thema wollen wir uns nun widmen und euch die Organisation genauer vorstellen.

Was bedeutet Fair Trade?

Der Begriff „Fair Trade“ bedeutet aus dem Englischen übersetzt „Fairer Handel“. Dies beschreibt ein Prinzip, das die Ungerechtigkeit aus dem wirtschaftlichen Handel mit Rohstoffen beseitigen und dadurch die Armut bei Kleinbauern und Arbeitern in den sogenannten Entwicklungsländern in Asien, Lateinamerika und Afrika bekämpfen will. Dies erfolgt durch einen Zugang zum Markt der primär nördlichen Länder und durch den Aufbau einer langfristigen Handelsbeziehung. Dies soll einer Abwärtsspirale der Preise entgegenwirken sowie die durch den lokalen Zwischenhandel geschädigte und weitestgehend von der Preispolitik des Weltmarktes abhängige Bauern und Arbeiter vor Verarmung und Verelendung bewahren. Schließen sich Plantagen und Kooperativen von Bauern Fair Trade an und lassen sich zertifizieren, erhalten die Mitglieder sowie die angestellten Arbeiter ein stabiles Einkommen sowie eine geregelte Bezahlungen für die von ihnen angebauten, geernteten und dann gelieferten Produkte. Zudem profitieren die Angestellten zertifizierter Plantagen von diversen Sozialleistungen sowie bezahltem Urlaub, was in den betroffenen Regionen in der Regel nicht üblich ist.

Die Ziele von Fair Trade

Das Konzept des Fair Trade legt sein Augenmerk vor allem auf soziale, ökologische und ökonomische Aspekte des Handels. Durch den kontrollierten Handel wird den Erzeugern ein über dem Weltmarkt liegender Preis garantiert. Mindestpreise sorgen zudem für eine Absicherung bei Schwankungen des Weltmarktpreises und dienen so einer nachhaltigen Produktion. Zudem umfassen die Standards für Fair Trade Kaffee zusätzlich zu den festgelegten Mindestpreisen auch weitere Boni bzw. Garantien. Hierzu zählen unter anderem Preisaufschläge für biologisch angebaute Produkte, das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, ein Diskriminierungsverbot sowie vorgegebene Umweltstandards. Denn neben dem Schutz der Arbeiter und Bauern geht es Fair Trade auch um Nachhaltigkeit. Es bringt nichts, wenn die Bauern das Ihnen zur Verfügung stehende Land überbewirtschaften, um schnell viel anzubauen. Dann laufen sie Gefahr, dass langfristig auf dem Boden keine guten Ernten mehr möglich sind. Zudem soll auch der Schutz der Umwelt durch vorgegebene Standards und eben einen nachhaltigen und biologischen Anbau des wertvollen Rohstoffes Kaffee gegeben sein. Nur so ist sichergestellt, dass dies für die dort lebende und meist arme Bevölkerung gut ist und die Möglichkeit gibt, durch Arbeit einen für dortige Verhältnisse gewissen Wohlstand aufzubauen. Zudem kommt dies auch dem Geschmack zugute, wenn ihr euch z. B. einen leckeren Kaffee aus biologisch angebauten Fair Trade Bohnen in unserem Testsieger unter den Kaffeevollautomaten, dem Melitta E970-205 Kaffeevollautomat, zubereitet.

Wer steckt hinter Fair Trade?>/h2>

Hinter dem Fair Trade Siegel sowie den damit verbundenen Standards steckt der regierungsunabhängige internationale Dachverband FLO e.V. Die Abkürzung steht genau genommen für Fairtrade Labelling Organizations International. Dem Verband gehören aktuell ca. 25 Mitglieder an. Dazu zählen unter anderem Produzenten-Netzwerke, Marketingorganisationen sowie sogenannte Siegel-Initiativen. Für die Aufgabe der internationalen Zertifizierung von Händlern sowie Produzenten ist das dem Dachverband zugehörige Unternehmen FLO-CERT zuständig. Die einzelnen Siegel-Initiativen sind jeweils national organisiert und übernehmen die landesweite Vermarktung des Fair-Trade-Siegels. Die hinter Fair Trade steckenden Gedanken gehen bis in die 1950er Jahre zurück. Damals standen durch die Organisation Self Help Crafts zum Verkauf aus Puerto Rico stammende Handarbeiten in den USA zum Verkauf. Der weltweit erste fair gehandelte Kaffee wurde im Jahr 1973 importiert. Dies erfolgte damals durch die niederländische Stiftung S.O.S. Wereldhandel, die Kaffeebohnen von einer in Guatemala ansässige Kleinbauernvereinigung veräußerte. Im Jahr 1984 folgte dann die Gründung der European Fair Trade Association, kurz EFTA. Wiederum nur 5 Jahre später wurde dann im Jahr 1989 die IFAT, die International Fair Trade Association ins Leben gerufen. In den darauffolgenden Jahren schlossen sich zahlreiche weitere Vereine und Organisationen dem Netzwerk an, sodass dieses immer größer und bedeutender wurde. Der heutige Dachverband FLO e.V. wurde im Jahr 1997 gegründet.

Fair Trade in Zahlen

In Deutschland stand im Jahr 1992 der erste Kaffee mit TransFair-Siegel im Supermarkt. Seitdem haben sich der Umsatz und damit auch der Erfolg stetig gesteigert. Im Jahr 1999 wurden bereits rund 3.350 Tonnen Kaffee fair gehandelt. In den folgenden Jahren ist der Absatz leicht eingebrochen und belief sich 2003 nur noch auf 2.830 Tonnen. Seitdem ging es aber stetig bergauf. 2008 waren es bereits fast 5.000 Tonnen, 2011 über 8.880 Tonnen und 2015 13.590 Tonnen. 2016 ist noch einmal ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, wurden in diesem Jahr doch stolze 17.021 Tonnen Kaffee erst fair gehandelt und verarbeitet sowie konsumiert. In Bezug auf den kompletten Kaffeemarkt machte der fair gehandelte Kaffee im Jahr 2012 allerdings nur einen Marktanteil von 2,2 Prozent aus. Her ist also noch Luft nach oben, wozu wir alle ein Stückchen beitragen können. Unter anderem führen bekannte Unternehmen wie Starbucks, Tchibo und viele mehr als Teil Ihres Sortimentes Fair Trade Kaffee. 2010 belief sich der deutschlandweite Umsatz von fair gehandelten Produkten auf ca. 340 Millionen Euro. In dieser Summe ist aber nicht nur der Kaffee enthalten. Denn die Produktpalette fair gehandelter Güter erstreckt sich heute weit über klassische Kolonialwaren wie eben den Kaffee sowie Bananen und Kakao hinaus. Mittlerweise gibt es rund 1.000 zertifizierte Produkte, die deutschlandweit käuflich im Handel erworben werden können.

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